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Märzwasser

The Collaborative Literature Framework.

Morgenrot

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…dem Lebendigen Geist

Wie blank der Fluss geworden war… Er sah das Eis in der Dunkelheit schimmern, rein und blass, wie ein eisernes Tuch über dem noch fließenden Wasser. Und wie das Eis so still und friedlich lag, war es, als ob es hier nie Wellen gegeben hätte. Doch er witterte ein anderes Bild im frischen duft der Brise. Er wusste, dass der Sonne Licht einst in den Wellen gebrochen wurde und im ganzen Tal nachgehallt hatte. Er hatte die Wellen noch nie gesehen, sie aber schon; und die zierlichste Berührung seiner Hand sollte ihr die Erinnerung wieder eröffnen.

Sie lächelte; die Kälte ließ ihre Hände leicht zittern, der Reifgeruch, der im Wind wehte, durchdrang ihren jeden Atemzug, und die friedliche Stille ertönte in ihren Ohren. Doch sie wollte nichts davon sehen, sie wollte immer noch die Beschaulichkeit bewahren. Noch nie hatte sie so viel Ruhe und Vollkommenheit gespürt, und noch nie war ihr Boot so sanft auf dem Fluss getrieben; das Eis, welches das Wasser bis zum Boden durchdrang, hatte sie erstmals in ihrem jungen Leben vollkommen gemacht. Endlich konnte sie sich zurücklehnen, und einschlafen, und die Welt vergessen, und sich von der Welt vergessen lassen… Er jedoch hat sie nicht vergessen wollen.